Presse / Artikel vom 30.03.2002
Hansel in Dresden - Von West nach Ost
Das gibt es auch – ein Landschaftsgärtner geht vom Westen in den
Osten. Hier gab es nach der Wende Nachholbedarf in Sachen GaLaBau.
Manfred Hansel baute sich in Dresden eine neue Existenz auf.
Manfred Hansel (Jahrgang 1958) kam im Frühjahr 1992 aus privaten
Gründen von Wickede/Ruhr nach Dresden. Als staatlich geprüfter
Techniker für Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau hatte er
umfangreiche Berufserfahrungen im süddeutschen Raum gesammelt.
Zunächst arbeitete er in der Landeshauptstadt auf verschiedenen
Baustellen. Dabei lernte er die örtlichen Verhältnisse und Probleme
kennen. Sein Wissen und Können waren sehr gefragt. So entschloss er
sich, im Dezember 1992 einen GaLaBau-Betrieb zu gründen.
Der erste Mitarbeiter wurde am 25. Januar 1993 eingestellt. Diesen Tag
haben sich Manfred Hansel und Ehefrau ganz fest eingeprägt, denn
damals begann eine kontinuierliche Entwicklung, die zum profilierten
mittelständischen Unternehmen führte, das heute 28 ständige
Mitarbeiter und etliche Saisonkräfte beschäftigt.
Von kleinen zu großen Aufträgen
Zunächst wurden kleinere Privatgärten angelegt. Sehr bald kam als
erster größerer Auftrag die Müllplatzgestaltung in einem
Plattenbaukomplex der damaligen Süd-Ost-Wohnungsbaugesellschaft in
Dresden. Dabei wurden neue Wege beschritten, zum Beispiel
verschließbare Behälter genutzt. Diese Baustelle wurde zum Musterplatz
für alle weiteren Projekte der Genossenschaft.
Andere Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften im Stadtgebiet
wurden auf die Firma Hansel aufmerksam und bezogen sie in ihre
Ausschreibungen ein. Dadurch erhielt sie bereits 1994 die ersten
Großaufträge zur kompletten
Wohnumfeldgestaltung mit Möglichkeiten zur Müllentsorgung, mit
gepflegten Grünanlagen, Spielplätzen, Rankgerüsten, Pkw-Stellplätzen,
Wegen aus Natur- und Betonsteinpflaster, Mauern und diversen
Ausstattungsgegenständen. Im gleichen Jahr wurden Außenanlagen für
weitere Wohn- und Geschäftshäuser gestaltet und Aufträge für größere
Villengärten an Dresdens Elbhängen ausgeführt.
Neuer Standort
In dieser Zeit entwickelte sich der Betrieb sehr schnell. 1996 wurde
er in die Hansel Garten- und Landschaftsbau GmbH umgewandelt. Für
diese wurde ein Betriebsgrundstück in einem Dresdner Außenbezirk
gekauft und dort eine Lagerhalle errichtet. Nun konnten große
öffentliche Aufträge ausgeführt werden. Neue Arbeitsgebiete erschloss
sich die Firma in der Dachbegrünung. Ab 1999 wurden überregionale
Aufträge angenommen, auch in den westlichen Bundesländern. Die Firma
gehört damit zu den Unternehmen, von denen Thomas Krusekopf, Präsident
des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau
Sachsen, in einem Bericht sagten konnte: „Ein Markenzeichen
sächsischer Fachbetriebe ist offensichtlich die herausragende
Qualitätsarbeit,
die sich bis nach Thüringen und auch noch darüber hinaus
herumgesprochen hat. Damit bestätigt sich der Trend, dass sich die
Wanderung der Fachfirmen von West nach Ost zunehmend in die
entgegengesetzte Richtung bewegt.“
Im Jahr 2000 erfolgten die ersten Dachbegrünungen mit dem
Zeobon-Einschichtsystem. Es wird vom Betrieb inzwischen in
abgewandelter Form auch bei der Innenraumbegrünung von Privathäusern,
Büros, Banken und Hotels genutzt.
Die Firma erschließt sich immer neue Aufgabenfelder und kann somit im
Wettbewerb mit dem zweiten und dritten Arbeitsmarkt gut bestehen.
Zudem nutzt das Unternehmen das Internet als Marketinginstrument.
Interessenten sind vor allem Auftraggeber aus dem privaten Bereich,
denn von Anfang an wurden Planungen und Gestaltungen von Haus- und
Villengärten ausgeführt.
Engagierte Mitarbeiter
Die Mitarbeiter der Firma stellen sich auf allen Aufgabengebieten mit
großem Engagement individuell auf die Wünsche der Kunden ein. Bereits
die Planungsarbeiten werden im engen Kontakt mit den Hausbesitzern
erstellt, damit deren Vorstellungen erfüllt werden. Eine
computergestützte CAD-Planung ermöglicht es, sofort vor ihren Augen
gewünschte Änderungen in die Zeichnungen aufzunehmen. Hohe Leistungen
sind nur mit gut qualifizierten und hoch motivierten Mitarbeitern
möglich. Im Betrieb arbeiten auf der Leitungsebene drei Techniker und
ein angehender Diplomingenieur für Landespflege. Vier Meister für den
Garten- und Landschaftsbau und 20 weitere Facharbeiter führen die
Arbeiten in hoher Qualität aus.
Die Hansel Garten- und Landschaftsbau GmbH wurde im landesweiten
Wettbewerb „Preis des sächsischen Garten- und Landschaftsbaus 2001“
als Sieger in der Kategorie „Private Hausgärten“ gekürt (siehe „DEGA“
Nr. 45/2001). Dieser Erfolg konnte im neu errichteten firmeneigenen
Bürogebäude in Dresden-Weißig gefeiert werden.
Kritische Marktsituation - GaLaBau in Sachsen
Der Garten- und Landschaftsbau war in der ehemaligen DDR nur sehr
schwach entwickelt. Nach der Wende entstanden viele Fachbetriebe, die
vor allem bei der Wohnumfeldgestaltung ihr Betätigungsfeld fanden.
Heute sind in Sachsen 511 Firmen als gewerbliche Unternehmen des
Garten- und Landschaftsbaus
eingetragen.
Weitere 1500 Firmen sind als Hausmeisterdienste im grünen Bereich
tätig. Hinzu kommen 17850 ABM-Kräfte, die ebenfalls auf diesem Sektor
arbeiten. Durch den Rückgang öffentlicher Aufträge ergibt sich derzeit
eine kritische Situation auf dem Markt. Mit diesen Problemen und deren
Auswirkung auf die Entwicklung
gestandener Fachbetriebe sowie der Vergabepraxis der öffentlichen Hand
befasst sich zurzeit der sächsische Landesverband Garten-,
Landschafts- und Sportplatzbau sehr intensiv. Zurzeit sind die
Fachbetriebe bestrebt, sich durch innovative Angebote und interessante
Marketingkonzepte neue Märkte zu erschließen.
Ein Beispiel dafür gibt die Firma Hansel, Garten- und Landschaftsbau
GmbH, Dresden.






