Presse / Artikel vom 10.12.2006
Glas eignet sich in vielen Varianten
für die künstlerische Gestaltung
des heimischen Gartens“, erzählt
Marion Hempel.
Die Sorge, das Material
könnte den Witterungseinflüssen
bis hin zum Frost nicht standhalten,
ist unbegründet, wie sie weiß. „Sorgfältig
verarbeitet und im Garten überlegt
platziert, sind meine Glasobjekte
für die Ewigkeit gemacht.“
Die im Wachwitzer Hanggarten
ausgestellten Glasobjekte beeindrucken
mit ihren Farben und Formen.
Im Fenster der Werkstatt leuchtet
Gras aus Glas. Das sich in den Gläsern
brechende Licht erzeugt außergewöhnliche
Reflexionen, die kein anderes
Material im Garten vergleichsweise
hervorbringt.
Ob als Glasboote, Lichtschirme,
Lichtfänger oder Kokons – alle Objekte
passen sich so in das grüne Umfeld
ein, als wären sie genau für diesen
Platz geschaffen. Als edle und dennoch
außergewöhnlich robuste Gartenelemente
erobern sich Glasobjekte
ihren Platz im Grünen. Marion Hempels
Objekte faszinieren als Glasfisch,
der an der Angel über dem heimischen
Teich hängt, als voluminöser
hohler Glaskörper oder als große,
freiplastische Glas-Metallskulptur.
Voraussetzung für eine stabile und
dauerhaft haltbare Glasskulptur ist
die Herstellungstechnik der einzelnen
Glaselemente.
„Das Verfahren meiner
Wahl dafür ist das Glasfusing“, erklärt
die Künstlerin. Hierbei werden die
Glaselemente im kalten Zustand wie
gewünscht arrangiert und anschließend
im Fusingofen bei etwa 780°C
miteinander verschmolzen. „Das sich
anschließende langsame Abkühlen
des Glases ist ein wichtiger Vorgang.
Erkalten die Gläser zu schnell, bauen
sich hohe Spannungen auf, das Gefüge
wird instabil und reißt oder
bricht“, unterstreicht Marion Hempel.
Die am Ende des auch als Tempern
bezeichneten Prozesses entstandenen
Glaselemente werden auf unterschiedlichste
Weise weiter bearbeitet.
Sie werden geschliffen, gesägt, poliert,
gebohrt, geätzt oder bemalt und
schließlich zu einem Gesamtobjekt
zusammengefügt.
Absichtlich verbleiben
im Glas kleine Zwischenräume,
durch die Wasser oder Schnee abfließen
können. Auf diese Weise werden
Frostschäden verhindert.
Mechanik bewegt Figuren
Marion Hempel wurde in Halle an
der Saale geboren. Nach einem Praktikum
in der Glasindustrie begann sie
1978 an der Hochschule für Kunst
und Design auf Burg Giebichenstein
im Fachbereich Freie künstlerische
Glasgestaltung ein fünfjähriges Studium.
Dort lernte sie ihren Mann
kennen. Er hatte gerade seine zweite
Ausbildung zum Kunstschmied und
sein Abendstudium an der Hochschule
für Bildende Künste in Dresden
beendet.Auf Burg Giebichenstein
trug er sich zum Studium im Fachbereich
Freie künstlerische Metall-
Email-Gestaltung ein.
Uwe Hempel verarbeitet für seine
Freiraumobjekte und Großplastiken
alle Stähle, Buntmetalle (Kupfer,Messing,
Bronze, Tombak, Neusilber),
Edelmetalle (Silber, Gold, Titan) und
Schmiedeeisen. Bereits bei der Materialauswahl
zu seinen Skulpturen
plant der Metallbildhauer die natürliche
Farbveränderung der Metalle ein
und verzichtet dabei fast völlig auf
Anstrichstoffe.
Gern ergänzt sich das Künstlerehepaar
bei seinen Arbeiten. So hat
Uwe Hempel beispielsweise einen
Kranich aus Eisen geschaffen. Für das
Gefieder entwickelte er in der bewährten
Fusingtechnik seiner Frau
ein gläsernes Federkleid.
Die in den letzten Monaten meistverkauften
Gartenobjekte seiner Frau
sind kokonartige Gebilde, die aus
einer mundgeblasenen Glasbirne mit
geätzter Oberfläche im Innern bestehen
und mit einem vier Millimeter
starken Edelstahlrund umwickelt
sind. Im Garten aufgestellt oder an
einen Bachlauf gelegt, ziehen sie am
Tag und beleuchtet auch nachts die
Blicke auf sich.
Uwe Hempel konzipiert gegenwärtig
für den Rathausplatz von
Bischofswerda eine 13 Meter hohe
Großplastik als interaktive Skulptur.
Der Entwurf basiert auf einem linienhaften Turm aus Stahl mit
einer konstruktiven Plastik im Inneren.
Als mechanische Faltfigur entwickelt,
charakterisiert diese Skulptur
Hempels Arbeiten ungemein
eindrucksvoll.
Am Boden der Rathausplatz-
Skulptur werden Lichtschranken
installiert. Sobald ein Fußgänger
einen bestimmten Bereich um die
Skulptur betritt, wird das Entfalten
der inneren Plastik ausgelöst. „Meine
Frau meint, ich wäre erst richtig
zufrieden, wenn sich meine Metallskulpturen
in Bewegung setzen“, so
der ausgebildete Werkzeugmacher.






