Presse / Artikel vom 08.08.2009

Sächsische Zeitung: 06.08.2009 (mehr Infos)

500 Quadratmeter Grün für den steinernen Postplatz
 

Noch bis Freitag werden sechs Beete auf dem Platz angelegt und bepflanzt. Die Stadt reagiert damit auf die monatelange Kritik über die Steinwüsten im Zentrum.

Nachdem Dresden Stadtplaner und Politiker monatelang verbale Schelte und Protestklos für die Steinwüsten im Zentrum kassierten, hat Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) das City-Grün zur Chefsache erklärt: Sie lässt deshalb sechs Beete mit zusammen rund 500 Qudratmeter Fläche errichten, um vorübergehend den Postplatz zu verschönern.

Grün soll drei Jahre stehen

Mit Mitarbeiter der Gärtnerei Hansel werden gut 300 Stauden pflanzen und rund 4.000 Blumenzwieblen stecken. Zwei bis drei Jahre soll das Provisorium den Postplatz zieren. Ursprünglich wollten Dresdens Stadtplaner noch weitere Pflanzkübel wie schon am Altmarkt, der Wilsdruffer Straße und am Neumarkt auftstellen. "Das hätte aber auf der riesigen Steinfläche albern ausgesehen und wäre kaum aufgefallen. Deshalb haben wir die Beete vorgeschlagen", sagte die leitende Landschaftsarchitektin Julia Kretzschmar. "um so eine Fläche wirksam zu begrünen, ist diese Größe das Minimum."

Die Stauden sollen dem Platz sofort Grün beschweren. "Die Zweibeln sollen im Boden überwintern und dann gestaffelt im nächsten Jahr für einen schönen Anblick sorgen", sagt die Landschaftsarchitektin. Zuerst werde der Postplatz im nächsten Frühjahr ein Tulpenmeer erleben. Um die Aufenthatsqualität zu steigern, soll zwischen den Beeten Rollrasen verlegt werden. Die Mitarbeiter berichten, dass zum Schluss auch noch Bänke aufgestellt werden sollen.

50.000 EURO teures Geheimnis

Die 50.000 EURO teure Aktion hält die Statdt übrigens geheim. "Das soll eine Überraschung für die Bürger von Dresden sein", lässt die Oberbürgermeisterin über ihre Sprecherin verlauten. Die Bette sollen am Freitagabend fertig sein. Orosz werde die Beete am Dienstag einweihen. Der SZ sagt das Stadtoberhaupt schließlich noch persönlich: "Wir haben die Begrünung nicht erst nach dem Protestklo geplant. Sie wissen ja, Bestellungen dafür dauern deutlich länger."

Offensichtlich aber nicht lange genung. Als der Platz zugepflastert wurde, gab es diese Idee bei den Planern jedenfalls nicht. Heute dürfen die Beete nicht fest angelegt werden, weil der Postplatz mit millionenschweren Fördermittlen versteinert wurde. "Wenn wir das Pflaster rausgerissen hättem, müsste die Stadt das Geld zurückzahlen", sagt Julia Kretzschmar.

von Denni Klein

 

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