Presse / Artikel vom 03.02.2005
Frühlingserwachen
Am
Abend des 3. Februar findet in der Altmarkt-Galerie die
Preisverleihung zum Wettbewerb „Flora Design 2005" statt.
Im Juni letzten Jahres wurde zum ersten Mal innerhalb der ECE
Projektmanagement GmbH & Co. KG eine Event-Bepflanzung zur
künstlerischen Gestaltung der Frühjahrsdekoration im Center
ausgelobt. Heute erfolgt im Rahmen einer Abendveranstaltung mit Dr.
Ingolf Hohlfeld vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und
Landwirtschaft die Prämierung der drei besten Konzepte. Als
Ehrengast wird Prof. Dr. Angelika Meeth-Milbradt erwartet, die auch
die Preisverleihung vornimmt.
Insgesamt wurden Entwürfe von fünf sächsischen
Arbeitsgemeinschaften, die sich aus Landschaftsarchitekten,
Gartenbaubetrieben, Floristen und Designern zusammensetzten,
eingereicht. Die Beiträge tragen so klangvolle Namen wie
„Winterbelustigung", „Blütenkissen", „Elemente der Erde" oder „Vom
Eise befreit". Bereits im Oktober 2004 entschied eine fachkundige
Jury über deren Platzierung. „Dies war notwendig", sagt
Center-Manager Thorsten Kemp, „um die Umsetzung des Projektes für
Februar 2005 sicherzustellen." Schließlich musste die Realisierung
eines komplexen Vorhabens auf zirka 300 Quadratmetern Gesamtfläche
vorbereitet werden. Obendrein galt es zu gewährleisten, dass
hunderte verschiedener Pflanzen zu einem exakten Zeitpunkt in Blüte
stehen.
Nun ist es so weit. Bis zum 19. Februar soll der erstplatzierte
Beitrag „Frühlingserwachen - von der Wurzel bis zur Blüte" auf den
nahenden Lenz einstimmen. In allen Etagen grünt und blüht es,
zwitschern Vogelstimmen und versprühen Blumen ihren Duft. Eine
beeindruckende Inszenierung aus Gestein und Mineralien,
Sprossblühern und Blumenteppichen erwartet die Center-Besucher.
Konzipiert wurde das einzigartige Arrangement in Zusammenarbeit von
zwei Dresdner Firmen: May Landschaftsarchitekten und Hansel Garten-
und Landschaftsbau. Die Pläne der anderen Wettbewerbsteilnehmer
können während des Veranstaltungszeitraums natürlich auch in
Augenschein genommen werden.
Ein Arrangement in außergewöhnlicher Dimensionen
Damit der Frühling rechtzeitig zum Ausstellungsbeginn im Center
erwachen konnte, war im Vorfeld eine gut durchdachte Logistik
gefragt.
Das beim Wettbewerb „Flora Design 2005" preisgekrönte Projekt „Von
der Wurzel bis zur Blüte" verwandelt bis zum 19. Februar die
Ladenpassage in ein grünendes, blühendes und duftendes Pflanzenmeer.
Dabei sind die einzelnen Etagen thematisch gegliedert. Im Basement
ist die Wurzel zu Hause. Dort schmelzen Eis und Schnee, und die
gefrorene Erde beginnt sich zu erwärmen. Die Natur erwacht, und
Steinflächen verwandeln sich in Blütenmeere. Noch vor dem
Blattaustrieb erblühen im Erdgeschoss erste Hölzer. Die sich gen
Himmel reckenden Sprosse verbinden die Wurzel mit der Blüte im
Obergeschoss. Diese öffnet sich dem Licht, verströmt Duft und lockt
Vögel an. Sie gilt als Sinnbild der Lebensfreude.
Das Konzept für die einmalige Inszenierung entstand in
Zusammenarbeit der beiden Dresdner Unternehmen May
Landschaftsarchitekten und Hansel Garten- und Landschaftsbau. Die 20
Mitarbeiter der letztgenannten Firma begannen am 30. Januar mit dem
Aufbau der neun Ausstellungsflächen. Unterteilt in mehrere Schichten
arbeiteten sie täglich fast rund um die Uhr. Die Gärtnerei-Experten
mussten unter Berücksichtigung der statischen Auflagen von
zulässigen 500 Kilogramm pro Quadratmeter 70 Kubikmeter Substrat
(das sind über 70 Tonnen, wobei eine Tonne 13 Schubkarren
entspricht) in den Beeten verstauen. Vor der offiziellen Eröffnung
fand extra eine bauliche Abnahme durch die Feuerwehr statt.
„Etwas in dieser Dimension macht man nicht jeden Tag. Die Aktion ist
eine logistische Herausforderung", sagt der Chef Manfred Hansel. Er
hat sich darauf gefreut und findet es spannend. Denn täglich warten
Überraschungen auf ihn. Unvorhergesehenes, das keine noch so genaue
Planung berücksichtigen konnte. So müssen beispielsweise alle
Pflanzen, die sonst im Freien und nicht in Innenräumen wachsen,
termingerecht blühen. „Bei den lauen Temperaturen Anfang Januar
begannen die Hamamelis-Sträucher in der Natur schon auszutreiben.
Das war völlig unüblich für die Jahreszeit." Denn sie sollten erst
im Februar in der Altmarkt-Galerie ihre Blütenpracht entfalten. „In
unserer Branche ist es einfacher, etwas zu forcieren als zu
bremsen."
Überhaupt seien die Pflanzen die größte Unwägbarkeit. Und Lebewesen
sind nun mal nicht kalkulierbar. Man müsse auf alle Eventualitäten
vorbereitet sein. In die teilweise wellenförmig in der Höhe
variierenden Beete setzt das Team insgesamt 6 000 Blumenzwiebeln.
Damit das Grün über den ganzen Zeitraum frisch aussieht, werden die
Tulpen am 9. und 14. Februar und die Hyazinthen sowie Narzissen am
10. Februar ausgetauscht. Darüber hinaus ist jeden Tag ein
Mitarbeiter vor Ort, der sich um die Pflege und das Gießen kümmert.
„Wer mit Pflanzen arbeitet, wird nie wirklich fertig", versichert
Manfred Hansel.
„Wir haben uns bemüht, einheimische Gewächse und Materialien zu
verwenden", erklärte seine Mitarbeiterin Antje Eckelmann. So kommen
die Tulpen aus einer Gärtnerei in Weinböhla und die
Dekorationselemente vom Floristik-Großhandel in Thiendorf. „Auch das
Gestein sollte aus der Heimat sein, und so fuhren wir deswegen ins
Marmorwerk Hermsdorf bei Schmiedeberg", so die Bauleiterin weiter.
Überhaupt war die Vorbereitung sehr umfangreich, eine unglaubliche
Recherche vonnöten. Damit der Sound im Obergeschoss stimmt, zog man
einen Akustiker zu Rate. Er entwickelte ein System, das - durch
wandernde Vogelstimmen - den Eindruck erweckt: Der Raum lebt. Als
das Konzept entworfen wurde, standen andere Dinge im Vordergrund. Es
durfte durch die Umsetzung nicht verloren gehen, was das Team
manchmal vor ungeahnte Schwierigkeiten stellte. „Und schon vor dem
Aufbau musste der technologische Ablauf des Abbaus Berücksichtigung
finden", erläutert der Chef. Die Ausstellung betrachtet er als
Möglichkeit, um zu zeigen, was Landschaftsgärtner alles leisten
können. „Wir sind nicht nur Leute, die das Grüne nach oben pflanzen,
sondern Freiräume gestalten - von Parks über Gärten bis hin zu
Innenräumen."







