Presse / Artikel vom 01.12.2004
Die Schattenkünstlerin
Die Schattenkünstlerin
Staatlich geprüfte/r Techniker/in für Garten- und Landschaftsbau
Antje Eckelmann zwinkert vergnügt, als sie mir erzählt, man sage ihr
nach, die Gärten, die sie gestaltet, erkennt man an ihrem
unverwechselbaren Stil.
Sie mag kein bunt. Sie bevorzugt Einheitlich- und Geradlinigkeit.
Und sie liebt Schattengärten. Diese stell dir so vor: leise
plätschernde Bäche, zart bemooste Steine, kunstvoll beschnittene
Buchsbaumhecken, harmonische Sitzgruppen, bezaubernde Blütenstauden.
Diffuses Licht durchdringt hohe Wipfel. Ein zarter Duft durchzieht
die laue Luft. Sacht wiegen sich Gräser und Farne. Ein anmutig
sprudelnder Brunnen zaubert eine sanfte Melodie. Schmale Wege
verlieren sich im Grün… Dezente Details unterstreichen liebevoll den
architektonischen Charakter dieser grünen Oasen. Schattengärten
strahlen eine sehr beruhigende Atmosphäre aus und sind jene
lauschigen Plätze des Gartens, die zur Erholung und Entspannung
einladen. Geschickt angelegt, entfalten sie ihre Wirkung weniger
durch bunte Blütenpracht als viel mehr durch die verschiedenen
Grüntöne ausgewählter, dekorativer Pflanzen.
Egal ob nun Schattengärten, Naturgärten, Ziergärten, Klostergärten,
Steingärten, Nutzgärten, Kräutergärten... Egal ob Neu- und
Umgestaltung von Privatgärten oder Begrünungen in Industrie- und in
öffentlichen Bereichen bzw. Dach-, Innenraum- und
Fassadenbegrünungen. Egal ob Anlage und Pflege von Spiel- und
Sportstätten. Der Garten- und Landschaftsbauer liefert nicht nur die
Ideen, er übernimmt auch die fachgerechte Planung, Kalkulation,
Ausführung und Pflege von Freianlagen jeglicher Art – sozusagen
querbeet – inklusive der Arbeiten im Natur- und Umweltschutz. Außer
einem umfassenden Pflanzen- und Pflanzenverwendungswissen, sind
Baustoffkunde und Bautechnik Schwerpunktthemen. Denn ebenfalls dazu
gehören die Durchführung von Erdarbeiten und das Herstellen bzw.
Anlegen von Treppen, Schwimmteichen, Mauern, Terrassen, Brunnen,
auch wasserbauliche Maßnahmen wie Renaturierungen von Still- und
Fließgewässern.
Antje ist 31 Jahre alt und in ihrem Beruf als Technikerin für
Garten- und Landschaftsbau (GaLa-Bau) eine absolute Fach- und
Powerfrau. Ihr Beruf macht ihr Freude. Sie steht mit Leib und Seele
hinter jedem Auftrag. Ihre grenzenlose Euphorie überträgt sich auf
die Kunden. Und das Schönste: Ihre Leistungen fanden hohe
Anerkennung. 2001 erhielt sie und ihre Firma den 1. Preis des
Sächsischen Garten- und Landschaftsbaus in der Kategorie Hausgärten
für die Gestaltung des Villengartens Berghaus Neufriedstein in
Radebeul, dem jetzigen Wohnsitz Kurt Biedenkopfs. Dieses Projekt war
nicht nur ihr erstes, sondern auch ihr liebstes und größtes.
Außerdem wurde ihr und ihrer Firma 2003 der 1. Preis des Sächsischen
Garten- und Landschaftsbaus in der Kategorie „Wohnumfeldgestaltung“
für einen Wohn- und Innenhof in Dresden-Striesen zuerkannt.
Professionelle Garten- und Landschaftsgestalter, wie sie, besitzen
neben dem gewissen Gespür für ein ansprechendes Gartenbild – dem
ultimativen Augenschmaus – auch viel Erfahrung und fundierte
fachliche Kenntnisse.
Nach ihrer Ausbildung im Obst- und im Friedhofsgartenbau probierte
sie sich in verschiedenen Beschäftigungen und Ausbildungen in der
grünen Branche und holte das Abitur nach. In den GaLa-Bau kam sie
dann als Quereinsteiger. Ihr zweijähriges Vollzeitstudium zum
Techniker für Garten- und Landschaftsbau an der Fachschule für
Technik und Gartenbau der Sächsischen Landesanstalt für
Landwirtschaft in Dresden-Pillnitz beendete sie 1997. Pillnitz bot
ihr beste Voraussetzungen für eine praxisnahe und
zukunftsorientierte Ausbildung. Denn besonderer Wert wird dort auf
eine projektbezogene Wissensvermittlung in Seminaren gelegt. Das
heißt, an Hand von anwendungsbezogenen komplexen Aufgabenstellungen
vertieft der Studierende sein landschaftsgärtnerisches Wissen und
Können unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher, rechtlicher
und kundenorientierter Anforderungen. Ganzheitliches Denken,
Verständnis und Berücksichtigung der jeweiligen Gegebenheiten sind
die solide Basis, um optimale Lösungen für die Neu- oder
Umgestaltung von Gärten, Innenhöfen oder Wohnanlagen zu finden. Und
noch ein dickes Plus: Durch Zusatzqualifikation und -prüfung kann so
– quasi nebenbei – die Fachhochschulreife erworben werden. Außerdem
legt man die Ausbildereignungsprüfung ab und besitzt damit die
Berechtigung zum Ausbilden des gärtnerischen Nachwuchses.
Antje arbeitet seit 4 Jahren bei der renommierten Firma Hansel GmbH,
Garten und Landschaftsbau in Dresden Weißig als Bauleiterin. Das
Unternehmen beschäftigt insgesamt 27 Mitarbeiter. Hier plant und
managt sie selbstständig und verantwortlich Projekte mit einem
Auftragswert von fünftausend bis vierhunderttausend Euro.
Antje, als Bauleiterin, ist dafür zuständig, dass das Projekt nicht
nur gestalterisch sondern natürlich auch wirtschaftlich ein Erfolg
wird. Sie führt das erste Kundengespräch und die anschließende
Grundlagenermittlung durch. Dann setzt sie sich hin, fertigt erste
Entwurfsskizzen und Pflanzpläne per Hand oder, wenn gewünscht, am
Computer in 2- oder 3-D-Planung. Diese werden dem Kunden
vorgestellt, mit ihm diskutiert und abgestimmt. Daraus entwickelt
sie ein Angebot, das zusammen mit dem geänderten Entwurf wiederum
dem Kunden vorgestellt und abgesprochen wird. Nun wird der Preis
verhandelt. Es kommt zum Auftrag und zur Aufragsausführung. Für
deren ordnungsgemäße Erledigung ist Antje federführend tätig. Sie
sucht die Baukolonne aus, entscheidet den Maschineneinsatz, sucht
Lieferanten und Subunternehmer und verhandelt geschickt mit ihnen,
ebenso wie mit den Behörden, z. B. Denkmalschutz, Grünflächenamt und
Verkehrsamt. Zum Schluss, wenn die Pflanzen auf die Baustelle
gebracht werden, kontrolliert sie persönlich die Lieferung und
überwacht die Verteilung und Aufstellung. Manchmal ist es dann
erforderlich, den endgültigen Standort der Pflanzen zu korrigieren,
um etwa Blickachsen zu schaffen. Denn erst vor Ort sieht man die
Größe der Gewächse, den Habitus und die gestalterischen
Möglichkeiten, die die Pflanzen bieten. Nach Abwicklung des
Projektes ist sie mit ihrer Arbeit noch lange nicht fertig. Es
erfolgt die Abrechnung und – auch sehr wichtig – die Nachbehandlung,
d.h. der Kundenkontakt wird aufrechterhalten, um daraus vielleicht
einen neuen Auftrag zu erzielen.
Diese komplexe Aufgabenstellung erfordert – außer einer gehörigen
Portion Kreativität – vor allem die Fähigkeit zum sachkompetenten
und individuellen Umgang mit Kunden, anwendungsbereites technisches
und pflanzliches Fachwissen, fundierte betriebswirtschaftliche und
vertragsrechtliche Kenntnisse und Fähigkeiten sowie kompetente
Mitarbeiterführung. Ihr Beruf bedingt, neben dem Verständnis für
flexible Arbeitszeiten, natürlich ständige Lernbereitschaft. Sie
beispielsweise fährt regelmäßig u.a. auf Landesgartenschauen und
Messen und versucht, die Augen offen zu halten in alle Richtungen.
Antje lebt und engagiert sich hundertprozentig für ihren Beruf. Ihr
Chef, Herr Hansel, bringt es auf den Punkt: „Der Kunde soll nicht
das Eurozeichen im Auge sehen, sondern das Herz erkennen. Und wenn
er das Herz erkennt, dann fühlt er sich gut aufgehoben. Diesen
Anspruch versuchen wir, mit unserer Dienstleistung zu erfüllen“.






