Presse / Artikel vom 01.11.2005

campos: campos, Ausgabe November 2005
Zweimal Grund zum Feiern
 

Zum 4. Mal wurde der Preis im Wettbewerb des sächsischen Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaues vergeben. 16 Bewerbungen waren eingegangen, vier Preise wurden verliehen. Die Auszeichnungen vergab der Verband während der Veranstaltungen zum 15-jährigen Jubiläum am 1. Oktober in Radeberg.

Etwa 200 Vertreter sächsischer Garten- und Landschaftsbaubetriebe, Landschaftsarchitekten und Freiraumplaner kamen zur Jubiläumsfeier ins Hotel Kaiserhof in Radeberg bei Dresden. Mit 16 eingereichten Objekten hatte die fachkundige Jury in diesem Jahr einige Objekte mehr zu beurteilen als in der Vergangenheit. Die Preisträger wurden in folgenden drei Kategorien ermittelt: - Private Hausgärten, - Außenanlagen des Wohn- und Arbeitsumfeldes, - Landschaftsgärtnerische Spezialgebiete

In den drei Kategorien gab es vier erste Preise. „Der Wettbewerb, ausgelobt vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landswirtschaft und von unserem Verband, erlangt unter den hiesigen Fachbetrieben immer mehr Bedeutung“, freute sich Verbandsgeschäftsführer Horst Bergmann.

Ziel des Wettbewerbes ist es, die besonderen handwerklichen Fähigkeiten und Fertigkeiten der sächsischen Fachbetriebe hervorzuheben. Zudem möchte der Verband Maßstäbe für eine hohe Qualität der Grüngestaltung setzen und helfen, die Auftragssituation in der Branche zu verbessern. „Nicht zuletzt wollen wir auch das Selbstbewusstsein unserer Betriebe stärken, denn den nationalen Vergleich brauchen sie nicht zu scheuen“, ergänzte Bergmann.

Private Hausgärten Die Firma Ute Hartig Garten- und Landschaftsbau, Leipzig, gewann mit der denkmalgetreuen Wiederherstellung der Außenanlage einer denkmalgeschützten Villa in Leipzig. Die Planung dafür stammt vom Architektur- und Planungsbüro Schimmel + Partner in Leipzig. Laut Jury stehen die ausgeführten Facharbeiten an dem Villengrundstück in Leipzig-Gohlis für das Arbeitsfeld des Garten- und Landschaftsbaues in einer kleinen Anlage und überzeugen mit einem gelungenen Gestaltungskonzept sowie der gediegenen Ausführung aller Details.

Auf kleinem Raum wurden Funktionen gestalterisch so verbunden, dass ein harmonischer und großzügiger Gesamteindruck entsteht. Hervorgehoben wurden der Einsatz von regionalem Naturstein und die Wiederverwendung vorhandener Materialien. Beispielhaft wurde ein Plattenbelag aus Sandstein nach einem detaillierten Plan durchgearbeitet und im römischen Verband verlegt. Die Gartenanlage zeichnet sich durch stilgerechte Gestaltung (Rosengarten mit Buschseinfassung), eine exakte Ausführung und einen guten Pflegezustand aus.

Außenanlagen Zweimal Grund zum Feiern Hier wurden gleich zwei erste Preise verleihen. Für ihre Arbeit an einem Projekt der Brücke/Most Stiftung Dresden, geplant von May Landschaftsarchitekten, wurde die Firma

Hansel Garten- und Landschaftsbau GmbH gewürdigt. Die Jury betonte die zu berücksichtigenden vielfältigen Nutzungsbedürfnisse eines Tagungs- und Gästehauses sowie deren gelungene gestalterische Umsetzung auf hohem Niveau. Für Ideenreichtum stehen Details wie Freiraumschach, Spalierobst oder Sitzsteine im Schieferbruch mit integrierter Bepflanzung. Die gekonnte Bepflanzung macht die Gartenanlage das ganze Jahr über attraktiv.

Weiterer Gewinner wurde das Garten- und Landschaftsbauunternehmen der erst 27-jährigen Cathrin Petrik aus Oberwiera bei Chemnitz. Nach Plänen von B 15 Holger Ehrensberger, Freier Landschaftsarchitekt, Jena, gestaltete sie das alte Gebäude samt versiegeltem Außengelände der berufsbildenden Schule für Gesundheit und Soziales in Jena erfolgreich um. Bereiche der Haupt- und Nebeneingänge wurden mittels Sichtbetonwand getrennt. Passend zur Maserung des Betons wird eine Treppenanlage von einem Schlangenhautahorn als Solitär flankiert. Hellgelbes Pflaster, aufgelockert mit anthrazitfarbenen Pflasterbändern, bildet einen Kontrast zum dunklen Gebäude. Ein Dachgarten erhöht die Aufenthaltsqualität und verbindet die benachbarten Grünflächen miteinander. Tiefer liegende Gärten laden zum Verweilen ein. Schatten spendende Bäume bilden perspektivisch ein grünes Dach.

Spezialgebiete Das Unternehmen Krahnstöver & Wolf GmbH, Großpösna, ist mit der Afrikasavanne im Zoo Leipzig Preisträger der dritten Kategorie. Seine Kompetenz bewies das Unternehmen bereits mit der Gestaltung der Kiwara-Savanne, des Pongolandes, der Lippenbärenanlage und des zum Zoo gehörenden und mit Bambus verkleideten Parkhauses. Laut Jury zeichnet sich die Erstellung der Afrikasavanne durch eine hervorragende Kombination von Standardausführungen mit Weltneuheiten aus. Die Planung des Projektes oblag dem Büro Drecker Ingenieur-, Grün- und Landschaftsplanung, Bottrop-Kirchhellen. Beispielhaft ist der Einbau eines Spezialsubstrates für Rasentragschichten, das speziell auf Huftiere ausgerichtet ist. Bauliche Elemente im Wasser- und Mauerbau sind so angelegt, dass sie ihre Wirkung auf den Besucher erzielen, ohne zu dominieren. Die Savanne wurde sensibel in den Landschaftspark eingearbeitet, so dass diese neue Form der Tierpräsentation die artgerechte Haltung unter neuen Gesichtspunkten zulässt.

Sonderpreise Für einen Privatgärten mit Schwimmteich erhielt des Unternehmen Pomosus (s. campos 10/2005), Dresden, den Sonderpreis des sächsischen Galabauverbandes. Ein Hanggrundstück mit einem Höhenunterschied von fast zehn Meter wurde in gelungener Weise terrassiert und neu gestaltet. Laut Jury wurden die Vorgaben und ökologischen Ambitionen des Bauherrn in Sachen Regenwassernutzung verbunden mit der Anlage eines Schwimmteiches bis zur Überleitung in eine Mulde beziehungsweise Dachbegrünung landschaftsbautechnisch hervorragend gelöst.

Den zweiten Sonderpreis erhielt die Kupsch GmbH, Nitzschka, für die Wiederherstellung des Schlossparks Trebsen. Das Objekt gilt laut Jury als gelungenes Beispiel einer erfolgreichen Zusammenarbeit von Landschaftsgärtnern und Landschaftsarchitekten sowie für das Arbeitsfeld der Garten- und Denkmalpflege.

 

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