Presse / Artikel vom 01.11.2001
Auszeichnung für Dresdner Landschaftsbaufirma
"Garten- und Landschaftsbau Preis 2001 für Park an Villa Neufriedstein in Radebeul"
Vom Berghaus Neufriedstein in Radebeul, Wohnsitz des sächsischen
Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf, hat man einen herrlichen Blick
über das Elbtal.
Landschaftsarchitekt Dr. Bernhard Körte aus Düsseldorf suchte Mitte
2000 einen kompetenten Partner, der die Gestaltung der Garten- und
Parkanlagen an dieser Villa übernehmen konnte. Die Wahl fiel auf die
Dresdner Firma „Hansel Garten- und Landschaftsbau GmbH". Für
Projektleiterin Antje Eckelmann eine Heraus- forderung: Ein sonniger
Hang im Weinbergklima mit einer denkmalgeschützten Villa im Stil des
Neobarocks sollte zu einem blühenden Park umgewandelt werden. Dazu
kamen noch andere Probleme. So gab es zum Beispiel auf dem gewachsenen
Fels in Hanglage nur eine dünne Bodenkrume und die Wasserversorgung
für die Pflanzen war nicht gewährleistet.
Die junge Fachfrau für Garten- und Landschaftsbau hatte an der
Technikerschule in Dresden-Pillnitz gelernt, wie Schwierigkeiten zu
überwinden sind. Zum Beispiel musste sie sich in die Praxis des
Weinbaus einarbeiten. Heute ist der Erfolg sichtbar. Strahlenförmig
ziehen sich die Reihen der Weinstöcke zur Villa. Einerseits wird
dadurch der Blick der Besucher auf das renovierte Gebäude gelenkt.
Andererseits hat man von der Terrasse freie Sicht über die Landschaft.
Auf einem Gelände mit einer Fläche von reichlich 5000 Quadratmetern
musste der Wildwuchs beseitigt werden. Im Park waren neue Wege
anzulegen und zu befestigen. Sie wurden vorwiegend mit Natursteinen
gepflastert.
Bei der Auswahl der Pflanzen kamen der jungen Technikerin ihre
gediegenen Kenntnisse zugute. Es mussten Großbäume, voll entwickelte
Stauden- und Zwiebelpflanzen ausgewählt werden, welche die Bewohner
bereits kurz nach dem Pflanzen mit ihrem Blütenreichtum erfreuen und
den extremen Temperaturen am Trockenhang standhalten können.
Heute stehen im Park Blauglöckchenbäume, die in Dresden nur selten zu
finden sind. In den Straßen von Paris sorgen sie im Vorsommer mit
ihren großen blauvioletten Blütenrispen für einen wahren Farbenrausch.
Hecken des immergrünen Kirschlorbeers erinnern an die Gärten der
Normandie. Weite Flächen wurden mit Taglilien bepflanzt, deren
Züchtung sich in den USA viele Hobbygärtner widmen. Im Unterholz
beginnt die Blütezeit bereits im Winter, wenn die Christrose und ihre
Verwandten die Blütenkelche öffnen. Es schließen sich Krokus,
Narzissen und Tulpen an. Die Farbenpracht erreicht ihren Höhepunkt,
wenn sich die rosa Blüten der japanischen Kirsche zeigen. Im Sommer
überraschen die kräftigen Farben der Kletterrosen und der Beginn der
dritten Jahreszeit wird durch die Pastelltöne der Herbstanemone
eingeleitet. Ein ausgeklügeltes System der Tröpfchenbewässerung kann
die Feuchtigkeit direkt zu den Pflanzenwurzeln bringen und dadurch die
Voraussetzung für ein üppiges Gedeihen schaffen. Das Dach der
Tiefgarage wurde begrünt. Auf dieser Fläche entstand ein streng
gegliederter, von Buchsbaumhecken gesäumter Rosengarten, so wie er
Mitte des 19. Jahrhunderts zum Stil der Dresdner Villen gehörte.
Der ausführende Betrieb habe hier „sein breites Spektrum
landschaftsgärtnerischen Könnens" bewiesen, urteilte die Kommission
des 2. Wettbewerbes zum „Preis des sächsischen Garten- und
Landschaftsbaus". Aus den Bewerbungen in der Kategorie „Private
Hausgärten" ging die Gestaltung auf Neufriedstein als beste hervor.







